Schutzvertrag & Hinweise...

Liebe Tierbesitzer,
wenn Sie Ihr Tier aufgrund einer Notlage abgeben müssen und es in guten Händen wissen wollen, sollten Sie sich diesen Text durchlesen.


Wie gehen die meisten Tierbesitzer vor, denen es nur darum geht, das Tier in guten Händen wissen zu wollen?
Leider oftmals falsch!
So wird z.B. eine Annonce in der Zeitung aufgegeben, Person X kommt sich das Tier ansehen, macht einen supernetten Eindruck, man schreibt sich allenfalls die Adresse auf und Person X nimmt das Tier mit, natürlich kostenlos - weil einem das neue Heim ja wichtig ist.

Genau diese Vorgehensweise ist FALSCH!

Wieso?

Sie können einem Menschen nur vor den Kopf schauen, aber nie hinein.
Vor allem jene, bei denen Ihr Tier garantiert nicht landen sollte, verstehen sich darauf einen "guten Eindruck" zu machen.
Gibt Ihnen Person X eine falsche Anschrift, ist Ihr Tier meist für immer verloren.
Ob es dann bei einem Tierquäler oder Hinterhofzüchter landet, wissen Sie nicht und werden es normalerweise auch nie erfahren.
Auch gibt es sogar einige Reptilienhalter, die so skrupellos sind, sich ein Kleintier oder gar eine Katze aus der Zeitung zu nehmen, um die Schlange zuhause damit zu füttern.
Hinzu kommen die Personen, die neue Labortiere oder Tiere für schwarze Messen (vor allem schwarze Katzen/Kater sind hier gefährdet!) suchen.
Oft ist es auch einfach nur eine "kostet ja nix"-Entscheidung.
Bei Katzenkindern und Hundewelpen kommt noch der "Niedlichkeitsfaktor" hinzu, so das ein Tier unbedacht angeschafft und später genauso sorglos und unbedacht abgeschafft wird.

Wenn Sie das alles für Ihr Tier nicht möchten, lesen Sie weiter


Wo und wie stellen Sie ihr Tier zur Abgabe vor?

Sollten Sie ein Rassetier oder ein optisch besonderes Tier haben (z.B. weiße Katze) sollten Sie diese Angaben ganz bewust erst einmal auslassen.
Damit kann für den ersten Moment ausgeschlossen werden, daß sich ein Mensch meldet, der nur mal schnell an ein besonderes Tier kommen möchte.
Wenn das Tier noch nicnt kastriert sein sollte, sollten Sie diese Angabe in einer Annonce weglassen.
Doch "unkastriert" ist IMMER ein Risiko!
Dazu im Punkt "Schutzgebühr" mehr.

Beispiele:

Sie möchten z.B. eine liebe Tigerkatze die Ruhe gewöhnt ist abgeben.
Eine Annonce könnte so aussehen : Tigermädchen, 3J, an ruhigen Haushalt ohne Kleinkinder gegen Schutzgebühr & Vertrag abzugeben.

Nun geben Sie z.B. eine liebe weiße Katze, die andere Katzen mag ab.
Eine Annonce könnte so aussehen : Liebe Kätzin, 3J, sucht einen neuen Wirkungskreis unter Artgenossen gegen Schutzgebühr & Vertrag.

Zum Schutzvertrag & Gebühr später mehr.

Auch hier bei uns können Privatpersonen ein Tier vorstellen (keine Verkaufsanzeigen)!


Nun meldet sich also Person X.

Sollte zuallerst die Frage nach den Kosten für das Tier gestellt werden, können Sie diese Person meist auch gleich wieder von der Liste der infrage kommenden Personen streichen.
Stellen Sie sich vor, sie würden sich selbst für ein Tier interessieren.
Wonach würden Sie fragen?
Gewiss nicht zuerst nach dem Preis, sondern nach dem Verhalten, Aussehen, Verträglichkeit des Tieres und evtl dem Abgabegrund und eher am Ende eines Gespräches nach dem Preis.


Finden Sie nun einen Menschen der Ihnen sympathisch ist, lassen Sie die Person zu sich kommen.
Beobachten Sie, wie sie/er auf das Tier eingeht, welche Fragen zu dem Tier gestellt werden usw.
Wird als erstes die Frage gestellt, ob das Tier kastriert sei und haben Sie dabei ein ungutes Gefühl, sehen Sie innerlich von einer Abgabe ab und, falls das Tier unkastriert ist, beenden Sie den Besuch oder machen Sie eine vorherige Kastration zur Bedingung.
Sie sind nie "verpflichtet" ein Tier abzugeben, nur weil jemand vielleicht einen weiten Weg hatte.


Haben Sie einen guten Eindruck stellen Sie z.B. folgende Fragen:
Hatten Sie schon einmal ein solches Tier?
Wenn ja - wie lange? Wieso haben Sie es nicht mehr?
Haben Sie Tiere?
Hierbei sollten sie bei Privatpersonen abwägen, ob z.B. in einer 45qm Wohnung 12 Katzen leben sollten und Ihr Tier vielleicht einfach ein Sammelobjekt wird.
*Haben Sie auch schon Tiere vom Tierschutz übernommen? - wenn ja, von welchem? (Merken Sie sich diese Antwort, wenn positiv!)
Liegt die Erlaubnis des Vermieters zur Tierhaltung vor??
Sind Kinder mit in der Wohnung/Haus? - Wohnen Sie in der eigenen Wohnung, Haus?
Sagen Sie dem Interessenten, daß das Tier mit Schutzvertrag abgegeben wird und fragen Sie, ob er/sie damit einverstanden ist.
Wenn nicht - sehen Sie von der Abgabe ab!
Wenn ja, erklären Sie offen, wieso Sie einen Schutzvertrag wollen, was die Punkte bedeuten und daß sie den Schutzvertrag abschließen, um eine Sicherheit zu haben, das Ihr Tier in gute Hände kommt und daß Sie Ihr Gegenüber ja schließlich nicht kennen.


Sagen Sie den Interessenten, daß Sie es sich überlegen, wer von den Besuchern das Tier bekommen wird und das Sie sich wieder melden werden.
Für beide Parteien ist es gut, 1-2 Nächte darüber zu schlafen, denn dann steht nicht nur das vielleicht umwerfende Tier im Vordergrund, sondern es hat sich die Vernunft eingeschaltet.
Schreiben Sie sich die Anschrift des Interessenten auf.

Zu * (siehe weiter oben) können Sie sich nun an den/die genannte(n) Verein/Organisation wenden und nachfragen, welche Erfahrungen mit dieser Person bestehen.
Nennen Sie dabei den Grund Ihrer Nachfrage.

Sollte es keine Verbindung zu einer Organisation/Tierschutz geben, wenden Sie sich trotzdem an Tierschützer aus dem Gebiet des Interessenten.
Sagen Sie der Organisation, daß Person X sich für Ihr Tier interessiert und daß Sie wissen, das Informationen über negativ aufgefallene Interessenten aufgehoben werden und Sie erfragen möchten, ob Person X zu diesem Personenkreis gehört.

Auch bei uns können Sie diesbezüglich eine Anfrage stellen.


Sollte nun soweit alles für Sie korrekt sein, vereinbaren Sie einen Termin mit dem/der potentiellen Interessenten/-in und bringen Sie Ihr Tier "persönlich" in das neue Heim.
Sehen Sie sich um, ob es Gefahren für Ihr Tier gibt (bei Katzen z.B. giftige Pflanzen & Kippfenster) und machen Sie den Interessenten darauf aufmerksam.
Schauen Sie sich ruhig um.
Gibt es z.B. im Garten einen benutzbaren Zwinger, sollten Sie Ihren Hund nicht unbedingt dorthin abgeben.
Aktiv für Tiere besteht z.B. vor Abgabe auf den Abriss eines Zwingers!
Denken Sie immer daran, daß Sie in keiner Verpflichtung stehen, Ihr Tier in andere Hände Obhut zu geben!
Sprechen Sie Ihre Bedenken offen aus.


Sollten Sie ein gutes Gefühl haben, machen Sie einen Schutzvertrag.

Hier ein Vordruck/Beispiel

Übernamevertrag von Privat an Privat

Gegenstand des Vertrages :

Tierart : ____________________
Rasse : ____________________
Geschlecht : ____________________
Kastriert : ____________________
Alter : ____________________
Farbe/Zeichnung (fügen Sie möglichst ein Foto des Tieres in den Schutzvertrag mit ein - gedruckt) : ____________________
Name des Tieres : ____________________
Gechipt/Tätowiert mit Nr-Angabe : ____________________
Wohnungs oder Freigängerhaltung (bei Katzen) : ____________________
Bekannte Krankheiten oder Eigenarten des Tieres : ________________________________________
Sonstiges : ________________________________________

Verpflichtungserklärung :

1: Der Übernehmer bestätigt, daß das Halten von Tieren in seiner Umgebung/Wohnraum gestattet ist.

2: Er bestätigt, daß er in der Lage ist, die Kosten für das Tier - auch im Krankheitsfall - zu tragen und jede notwendige tierärztliche Behandlung umgehend vornehmen läßt.

3: Er bestätigt zudem, daß das Tier auf seinen Namen steuerlich gemeldet und versichert wird (bei Hunden).

4: Der Übernehmer verpflichtet sich, dasTier unter Beachtung des Tierschutzgesetzes ordnungsgemäß zu halten & zu versorgen, jede Mißhandlung bzw. Quälerei zu unterlassen und diese auch nicht von Dritten zu dulden.

5: Er bestätigt hiermit, daß das Tier weder eingesperrt, noch im Zwinger oder an der Kette gehalten wird.

6: Auch eine Abrichtung/Ausbildung (z.B. Schutzhund) wird nicht angestrebt.

"Sollten Sie mit normalem Hundesport einverstanden sein, führen sie es an dieser Stelle eindeutig hinzu"!

7: Der Übernehmer verpflichtet sich, das Tier bei Erreichen der Geschlechtsreife, spätestens in einem Alter von __ Monaten, kastrieren zu lassen und die Kastration dem Vorbesitzer, durch den behandelnden Tierarzt zu bescheinigen zu lassen.

|__| Muß keine Kastration vorgenommen werden, sei es aufgrund des Alters des Tieres oder einem anderen Grund, so wird hier KEIN Haken gemacht .
Die Zucht mit dem Tier ist jedoch weiterhin nicht gestattet .

Platz für Begründung : ____________________________________________________________________

8: Im Fall eines ungewollten Deckaktes ist ein Trächtigkeitsabbruch durch einen Tierarzt durchzuführen. Der Trächtigkeitsabbruch ist dem Vorbesitzer schriftlich nachzuweisen. Die Kosten für einen Trächtigkeitsabbruch trägt der Übernehmer.

9: Dem Vorbesitzer gestattet der Übernehmer, sich fernmündlich & persönlich, auch ohne vorherige Anmeldung, nach dem Wohl des Tieres zu erkundigen bzw. sich selbst davon zu überzeugen .

10: Zudem verpflichtet er sich, den Vorbesitzer über einen Wohnungs- bzw. Ortswechsel umgehend zu informieren .

11: Sollte der Übernehmer das Tier nicht länger halten wollen oder können, muß es umgehend an den Vorbesitzer zurückgegeben werden.
Kann der Vorbesitzer das Tier selbst nicht mehr übernehmen, muß er mit dem neuen Heim des Tieres einverstanden sein.
Dazu ist eine schriftliche Einwilligung erforderlich.

12: Ab Datum dieses Vertrages ist der Übernehmer für durch das Tier entstandenen Schäden alleine haftbar.

13: Eine sich bei einer unheilbaren Krankheit als notwendig ergebende Tötung des Tieres, darf nur von einem Tierarzt und unter Absprache mit dem Vorbesitzer vorgenommen werden . Ist keine Absprache möglich, muß dem Vorbesitzer vom behandelnden Tierarzt die Tötung und dessen Notwendigkeit schriftlich bestätigt werden.

14: Sollte der Übernehmer seinen oben genannten Verpflichtungen nicht nachkommen oder ist das Tier nach Ermessen des Vorbesitzers schlecht versorgt oder wird gar mißhandelt, ist der Vorbesitzer berechtigt, von diesem Vertrag zurückzutreten und das Tier umgehend wieder zu übernehmen, ohne bisher geleistete
Ausgaben/Aufwendungen des Übernehmers für das Tier, zu erstatten .

15: Salvatorische Klausel. Beide Vertragspartner sind sich darüber einig, dass sofern ein oder mehrere Paragraphen dieses Schutzvertrages aufgrund neuer rechtlicher Bestimmungen ihre Wirksamkeit verlieren, diese durch Paragraphen des entsprechenden Gesetzes ersetzt werden, die den Inhalt und Sinn dieses Vertrags weitgehend oder vollständig erhalten bzw. wiederherstellen. Alle anderen Bestandteile dieses Vertrags bleiben hiervon unberührt.

16: Andere, weitere Absprachen sind in mündlicher Form ungültig und bedürfen einer schriftlichen Bestätigung.

Hiermit bestätigt der Übernehmer diesen Text gelesen und genau verstanden zu haben und mit allen Punkten einverstanden zu sein.

Vorbesitzer:

Name: ____________________
Strasse: ____________________
Ort: ____________________
Telefon: ____________________

Unterschrift Vorbesitzer

__________________

Übernehmer:

Name: ____________________
Strasse: ____________________
Ort: ____________________
Telefon: ____________________
Personalausweisnummer: ____________________

Unterschrift Übernehmer

Datum, Zeit und Ort des Vertrages : ___ ___ _____, __ __ Uhr, ________ _____________

Wenn Sie sich den Personalausweis haben zeigen lassen, wissen Sie genau das Person X auch wirklich Person X ist und Ihnen keine falschen Angaben vorlegt.


Erheben Sie eine Schutzgebühr !

Wieso sollten Sie Ihr Tier nicht kostenlos abgeben?

Ganz einfach.
Viele Menschen behandeln etwas, das nichts gekostet hat, auch dementsprechend und der Spruch "ein geschenktes Tier ist nichts wert" findet oftmals seine Bedeutung.

Da es nicht um einen finanziellen Gewinn gehen sollte, gibt es einige Möglichkeiten dieses Geld für das Tier zu investieren.
So kann entweder zur Bedingung gemacht werden, daß das Tier auf Kosten des Übernemers kastriert wird.
Eine wohl sinvolle Lösung.
Ist das Tier bereits kastriert, können Sie dieses Geld auch bei einem Tierarzt im der Umgebung des Übernehmers hinterlegen, so das dieses Geld im Krankheitsfall auch dem Tier zugute kommt.
Diese zweite Variante sollten Sie dem Übernehmer jedoch erst dann mitteilen, wenn Ihr Tier sich eingelebt hat bzw. Sie sicher sind, das es dort bleibt.
Sollte es im neuen Heim nicht klappen, wäre die Rückerstattung dieses Betrages bei Abgabe von Privat an Privat eigendlich fair.

"Auf keinen Fall" aber dürfen Sie eine schriftliche Bestätigung geben, daß Sie Ihr Tier gegen Bar abgegeben haben, denn dann zählt es als "verkaufte Sache" auf die Sie keinerlei Anrecht mehr haben!

Wenn Sie Fragen haben , dann schreiben Sie uns :-) - E-Mail unter Kontakt