Frettchengedicht

Freche Frettchen, groß und klein, sind zum Menschen oft gemein

Ihnen keineswegs gewiss, was UNS lieb und teuer ist

Gnadenlose Koboldbräuche, naseweise Wichtelheit,

verdächtige Geräusche, verraten die Nichtsnutzigkeit

In alles mischen sie sich ein, mit dem Riecher vorwärts rein

Speisen die vom Teller schwinden, sich woanders wiederfinden

Nackte Füße allezeit reizen, sie stets fraglos darein beissen

Alles fliegt im hohen Bogen, mit Buddelkraft in Richtung Boden

Büchersorgfalt im Regal ? Kann nicht sein, ist nicht normal

Gebärden sich im Feuereifer, diese kleinen Plagegeister

Diese Taten und viel mehr, sind für Frettchen gar nicht schwer

sie glauben sich im Alltag nützlich, fühlen sich noch hilfsbereit,

ein Poltergeist der Extraklasse, erwartet dafür Dankbarkeit

sind die Werke erst vollbracht, man sich´s gern gemütlich macht

ein Nickerchen auf weichem Platz, da liegt er nun der kleine Ratz

die Äuglein geh´n ganz langsam zu, bald schlummert er in Seelenruh

man muß dem Liebreiz Glauben schenken und an ihre Unschuld denken

drum liebe Leut seid auf der Hut, behandelt Eure Frettchen gut

bereichert wird der Tag durch sie, lustig, fröhlich, wie noch nie

der Schelm gerät ganz ohne Scherz geradewegs ins Menschenherz

von Monika Floret